„The Germans to the front” - Von
den Schwierigkeiten gelebter Bündnissolidarität
Erstmalig gab es eine gemeinsame
Veranstaltung des Panzerflugabwehr-kanonenbataillon 12 und der
Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik, Sektion Taubertal in
Hardheim.
Der Kommandeur Oberstleutnant
Nikolaus Landsteiner und der Sektionleiter Oberstleutnant a.D. Wolfgang
Krayer waren von dem großen Interesse erfreut, cirka 80 Besucher waren in
die Carl-Schurz-Kaserne gekommen. Ihr Kommen galt dem Refententen
Dipl.-Pol. Wolfgang J. Stützer aus Kirchentellinsfurt bei Tübingen mit dem
Thema: „The Germans to the front – Von den Schwierigkeiten gelebter
Bündnissoli-darität”.
Allein das Thema versprach eine
Menge Zündstoff. Nun die Zuhörer wurden nicht enttäuscht. Stützer stellte
anhand einer Weltkarte eindruckvoll dar, dass Deutschland, das auf die
Rohstoffeinfuhren besonders angewiesen ist, ein fundamentales Interesse
haben müsse, die Zugänge zu den Rohstoffländern offen zu halten.

Kdr OTL Nikolaus
Landsteiner,
Referent Dipl.-Pol.
Wolfgang J. Stützer
und Sektionsleiter OTL
a.D. Wolfgang Krayer (v.l.n.r.)
Als besonders gefährdet sah er
dabei die Meerengen und hier insbesondere die Strasse von Mallakka,
zwischen Malaysia und Sumatra, und den Golf von Oman. Eine Störung des
Schiffsverkehrs in diesen Engen hätten katastrophale Folgen für den
Welthandel, ein deutsches Engagement zur Offenhaltung sei dafür
lebensnotwendig. Sich nur auf andere zu verlassen, sei kurzsichtig und so
müssten insbesondere die Europäer mehr selbst tun und sich nicht nur auf
die USA verlassen und dafür müssten eben auch gegebenenfalls Streitkräfte
zum Einsatz kommen.
Auch eine ständige Diskussion über
Kampfeinsätze müsse mehr dem fundamentalen Interesse Europas und seiner
Bündnispartner untergeordnet werden. Ein ungehinderter Zugang zu den
Rohstoffen sei die Grundlage eines Wirtschaftwachstums und der Bewahrung
des Weltfriedens. Deutschland, als einer der führenden Wirtschaftnationen,
komme dabei eine ganz besondere Rolle zu, verantwortungsvolle Politiker
müssten diesem Umstand aber auch Rechnung tragen und entsprechend handeln,
dies sei in letzter Zeit nicht immer erkennbar.
In der anschließenden Diskussion
gab es über die zum Teil provokant vorgetragenen Thesen reichlich
Zündstoff und nicht alle Zuhörer konnten das Gehörte voll unterstützen.
Insgesamt haben jedoch die Besucher ihr Kommen nicht bereut, zumal der
Abend in gemütlicher Runde und noch mancher erregten Diskussion im Kasino
ausklang.
Krayer
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